Mind n' Bullet Journal

Mein Setup im Bullet Journal – Juni 2019

Weißt du bereits zu Monatsbeginn was du an jedem einzelnen Tag tun wirst? Oder hast du noch nicht einmal einen Terminkalender?

Für meine Terminplanung, vor allem die langfristige, nutze ich einen digitalen Kalender. Termine und Verabredungen lassen sich einfach flexibel hin und her schieben. Das finde ich super. Genau so handhabe ich es mit ToDos, wie du in meinem letzten Blogbeitrag lesen konntest.

In meinem BuJo habe ich hingegen immer nur den aktuellen Monat „offen“. So gilt ihm die ganze Aufmerksamkeit. Eigentlich habe ich am Morgen und am Abend Routinen zu Eintragungen. Da aber in letzter Zeit kaum Zeit für‘s BuJo da war, habe ich ein simples Monatstheme mit Washi Tape und Metallicstiften entworfen und viele Eintragungen auf meine happy Moments beschränkt.

Meine Monatsübersicht – monthlys

Die Monatsübersicht gibt mir einen schnellen Überblick über private und berufliche Termine, die ich mit unterschiedlichen Farben eintrage. Ich merke, dass mir die schriftliche Terminübersicht schon hilft gelassen durch den Monat zu kommen. Ich sehe direkt an welchen WEs ich mich auch entspannen kann und wo Verabredungen und Termine eng werden. Verrückterweise stellt sich auch der Geist auf die kommende Zeit ein – ganz unbewusst. Das merke ich besonders, wenn ich es nicht direkt schaffe meine Übersicht zu erstellen – wie im Mai und auch jetzt im Juni. Schnell rutschen dann ein Arzttermin oder eine Verabredung vom Radar.

Die Monatsübersicht – after the pen.

Meine Monatsziele – monthlys

Weiter setze ich mir Ziele für jeden Monat, beruflich wie privat. So bleibe ich immer auf Kurs. Ziele funktionieren wie ein Fernrohr auf in der Zukunft liegende Zustände, die du dir in deinem Leben wünschst. Doch ohne, dass du sie schriftlich festhältst bleiben sie dies auch – Wünsche und Träume. Erst die Schriftlichkeit schafft Verbindlichkeit. Erst dann entfalten Ziele ihre navigierende Wirkung. Sprichst du mit anderen über deine Ziele, verpflichtest du dich deinen Zielen gegenüber noch ein bisschen mehr und vor allem aber wirst du Helfer finden, die dich bei der Erreichung deiner Ziele gerne unterstützen.

Zur Navigation überlege ich vorab wo Hürden und Herausforderungen liegen könnten und wie ich sie umschiffen kann. Für die Motivation ist es natürlich wichtig klar zu haben, wofür man diese Ziele erreicht, manchmal sind sie nur ein Zwischenstopp und führen zu einem größeren Gewinn in unserem Leben. Daher notiere ich mir im Kraftfeld, welche Vorteile und positiven Effekte es für mich hat, wenn ich meine Ziele in diesem Monat erreicht habe. Dies ist eine gedankliche Zeitreise, denn laut Literatur ist es zielführender diese Aspekte im Präsens zu formulieren, also genau so, als hätte man seine Ziele bereits erreicht. Ich für meinen Teil habe hier noch keinen Unterschied feststellen können, ob ich im Präsens oder Futur schreibe. Manchmal ist es auch nötig, dass man dafür negative Glaubenssätze, Befürchtungen, Ängste oder auch einfach ungünstige Gewohnheiten loslässt.

Erst dann funktionieren Ziele wie ein Navi. Sie fokussieren deine Wahrnehmung, deine Energie und agieren im Unbewussten. Du wirst sehen, selbst wenn du dir den ganzen Monat lang deine Ziele nicht mehr anschauen solltest, so wirst du an ihnen gearbeitet haben – ganz unbewusst.

Die Monatsziele und der Habit Tracker.

Mein Habit Tracker – monthlys

Zudem lege ich einen Habit Tracker an. Dabei wähle ich nur noch drei Gewohnheiten, die ich gerne vertiefen oder mir aneignen möchte. Diese Gewohnheiten stehen zumeist in Verbindung mit meinen Zielen. Früher habe ich bis zu 9 Gewohnheiten getrackt, aber es hat dazu geführt, dass ich selten an einem Tag alles eingehalten habe und es mich frustriert hat, wenn viele Kästchen weiß blieben.

Vor allem wenn man sich einen neue, gesunde Gewohnheit antrainieren möchte, rate ich zu Minimalismus. Ich überlege mir dazu immer genau was ich wann und wofür machen möchte. Ich notiere mir auch woran ich schließlich erkenne, dass ich mir die entsprechende Gewohnheit antrainiert habe und wie ich mich ggf. belohnen werde.

Ich arbeite nämlich seit bald einem Jahr daran mindestens drei Mal in der Woche Sport zu machen. Anfangs habe ich mir unterschiedliche Aktivitäten rausgesucht, die ich dann über die Woche verteilt machen wollte. Dazu wollte ich gesünder kochen und auch mehr sinnvolle Pausen wie Aktivitäten mit Freunden in meinen Alltag integrieren. Das war natürlich alles auf einmal viel zu viel. Jetzt nach 1,5 Jahren habe ich es zwar geschafft das meiste umzusetzen, aber der Fortschritt kam erst, nachdem ich mich tatsächlich auf nur eine fokussiert habe. Übrigens sagt man, dass der Mensch ca. 66 Tage braucht, um ein Verhalten als Gewohnheit umzusetzen. Es lohnt sich also länger als einen Monat am Ball zu bleiben, wenn man seine Gewohnheiten nachhaltig ändern möchte.

Meine Woche – weeklys

In jede neue Woche starte ich eigentlich mit einer Wochenvorschau und jede Woche wird mit einem Wochenrückblick beendet. An jedem Tag pflege ich, wenn möglich, eine Morgen- und Abendroutine.

Im Juni sind meine Wochen teilweise etwas unspektakulär. Da meine Zeit knapp war, habe ich morgen Morgen- und Abendroutinen nicht immer geschafft. Meine happy Moments wollte ich dennoch festhalten. Vor allem vom Kurzurlaub in Spanien. Auch wenn ich mit dem Eintragen noch nicht ganz hinterher gekommen bin. So habe ich wenigsten schon einige Sporttage geschafft und konnte jeden Abend einen Spaziergang am Meer gemacht. Das hat echt gut getan. Einfach nur sein, an meinem happy Place sein und das nur für mich. Ich war nämlich ein paar Tage allein unterwegs.

Meine Wochenvorschau – weeklys

Jede Woche bekommt einen „Fokus“, den ich mal mit einem Zitat fülle, das mir gefällt, oder auch besonders wichtigen Dingen, die in der Woche anstehen.

Zu meinen „Zielen“ notiere ich mir drei Feinziele, die ich in der Woche erreicht haben möchte. Besonders gut gefallen mir die beiden weiteren Felder „Vorfreude“ und „Do it“. Beide habe ich erst seit kurzem in meiner Wochenplanung, aber ich habe sie bereits sehr lieb gewonnen.

Das Feld „Vorfreude“ ist vermutlich selbsterklärend und stimmt mich zu jedem Wochenbeginn bereits positiv. Unter „Do it“ notiere ich mir Tätigkeiten, die meistens schon lange ausstehen, aber weniger wichtig sind. Hier sind Dinge zu finden wie die Fotos in den Bilderrahmen in der Küche mal zu wechseln oder die Kiste mit aussortierten Kleidern mal zur Kleiderspende zu bringen. Erledige ich diese Dinge in der Woche, freue ich mich, dass sie endlich geschafft sind und sind sie am Ende der Woche noch unerledigt, stirbt eben auch keiner. Manchmal notiere ich mir auch, mit wem ich reden möchte und worüber.

Ein weiteres, sehr effektives Tool ist für mich die „Wochenübersicht“ geworden. Irgendwie bin ich in der Woche tatsächlich viel ruhiger und organisierter, wenn ich mir vor Beginn der Woche einmal knapp notiere, was an den einzelnen Tagen ansteht. Vor allem hilft es mir aber auch zu Anfragen im Job, ob ich eben noch dieses oder jenes erledigen könne, klar „Ja.“ oder eben auch klar, bestimmt und mit einem freundlich Lächeln „NEIN.“ sagen zu können. Zu Wochenbeginn sehe ich ja immer deutlich, ob noch Platz in der Woche ist – oder nicht.

Passend zum Wochenraster notiere ich mir einen Leitgedanken zum Selbst- und Zeitmanagement. Diese habe ich aus einem Kartenset zu den sieben Wegen der Effektivität von Stephan R. Covey.

Die Wochenvorschau und die Morgenroutine.

Meine Morgenroutine – dailys

Meistens starte ich gerade jetzt im Sommer erst mal ganz entspannt mit einer Tasse Kaffee und aufgeschäumter Milch in den Tag. Am liebsten sitze ich dabei auf meinem Balkon und lasse die Gedanken für fünf bis zehn Minuten einfach fliegen. Neuerdings schaffe ich dies sogar auch unter der Woche – Urlaubsfeeling pur – sehr empfehlenswert :).

Danach widme ich mich kurz meinem BuJo für meine Morgenroutine. Dazu notiere ich mir erst drei Dinge, für die ich dankbar bin. Dies können Geschehnisse und Wohltaten der letzten Tage sein, aber auch ganz allgemeine Dinge sein wie die eigene Gesundheit.

Weiter gebe ich meinem Tag eine Richtung, indem ich mir überlege wie ich an diesem Tag sein möchte, zum Beispiel entspannt, kraftvoll, produktiv, ausgeglichen oder sportlich und was ich dafür tun werde. Achtung, hier ist natürlich wichtig darauf zu achten, was man selber beeinflussen kann. „Ich bin heute entspannt, weil die Sonne scheint.“ würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass meine Entspannung und damit auch meine Laune vom Wetter abhängen. Hier steht ganz klar die Eigenverantwortung im Vordergrund: „Ich bin heute entspannt, dazu gehe ich heute Abend zum Yoga.“

Abgerundet wird die Eintragung durch eine positive Affirmation. Hier bin ich meistens selber etwas ideenlos und lasse mich über Instagram und Pinterest inspirieren.

Meine Abendroutine – dailys

Morgen- und Abendroutine im BuJo.

Wenn sich der Tag dem Ende neigt, rufe ich mir gern noch mal die schönen, kleinen und großen Momente des Tages in Erinnerung und notiere diese im BuJo.

Manchmal schreibe ich mir auch „dones“ auf. Quasi als Pondant zu den niemals endenden „To-Do-Listen“. Dies erlebe ich oft als sehr befriedigend, wenn man noch mal schwarz auf weiß vor Augen hat, was man alles erledigt hat. Meine To-Dos und Termine organisiere ich ja tatsächlich alle digital, wie du in meinem letzten Beitrag zum effektiven Zeit- und Selbstmanager lesen konntest.

Eine interessante Methode fand ich auch, sich nicht ellenlange To-Do-Lisen aufzuschreiben, sondern die „One-Thing-Methode“ zu verwenden. Hierbei fokussiert man sich auf die eine, wichtigste Sache, die gerade ansteht, um ein wichtiges Ziel zu erreichen. Die Erledigung der anderen ToDos geschehen eben nebenbei oder eben auch nicht, da sie gerade ja nicht zu den wichtigsten Dingen gehören. „The-One-Thing“ habe ich dann mit einem Abhakkästchen in mein daily eingepflegt.

Gewinnbringend ist es auch, wenn man sich ebenfalls überlegt, was man an dem Tag vielleicht noch verbessern kann, wenn man mit einem Verhalten oder einer Reaktion seinerseits unzufrieden war.

Meine Wochenrückschau – weeklys

Am Ende einer Woche nehme ich mir meistens Zeit für einen Wochenrückschau, um meine Selbstwirksamkeit und -bewusstheit nachhaltig zu stärken und die Gewinne der Woche produktiv zu vernetzen. Je nach Woche können die Reflexionsfragen hier variieren:

  • Wie war meine Woche insgesamt auf einer Skala von 0 bis 10? Und warum?
  • Was sind meine Ergebnisse der Woche, die man sehen und messen kann?
  • Was habe ich Neues gelernt?
  • Was sind meine Erkenntnisse und Einsichten?
  • Was habe ich anderen gegeben?
  • Was habe ich von anderen erhalten?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Was hat mir Freude bereitet?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was hat mich gestresst?
  • Was hat mir gut getan?

Mein Monatsreview – monthlys

Nachdem ich hier lange nur schriftlich gearbeitet habe, habe ich zu einigen Monaten auch einfach eine Seite hinzugefügt, auf der ich ausgedruckte Fotos des Monates gesammelt habe – auch wenn ich dies zum letzten Mal im März geschafft habe ;). Wie gesagt war die Zeit im Juni knapp und nicht jeder Tag, nicht jede Woche ist ausgefüllt worden – so ist es auch mit der Monatsrückschau. Vielleicht habe ich eines Tages noch Zeit und Musse dies nachzuholen :).

Denke also immer daran, du führst dein BuJo für dich und so hat es den einzigen Zweck, dass es für dich funktioniert und dir gefällt! Auch wenn mich die weißen Seiten, leeren Raster zwischendrin schon stören, so würde es mich definitiv noch mehr stören diese zwanghaft ausfüllen zu müssen.

Eine Erfahrung im Hier und Jetzt birgt stets den größeren Gewinn als Vergangenes umzuwälzen und zu sortieren.

frau_sillepopille_

Aber wenn man Zeit und Ruhe hat, kann man auch den letzten Monat Revue passieren lassen. Hierzu nutze ich gern folgende Reflexionsfragen:

  • Wie war der vergangene Monat auf einer Skala von 0 bis 10 insgesamt? Warum?
  • Was habe ich bereits besser/anders gemacht als zuvor?
  • Was sind meine Erfolge und Leistungen?
  • Was sind meine Erkenntnisse?
  • Was hat mir dabei geholfen?
  • Was hat mich dabei gebremst?

Die Fragen sind tatsächlich teils sehr ähnlich zu den Wochenfragen. Wenn ich in einem Monat also sehr viele Wochenreflexionen habe, dann verzichte ich auch schon mal auf den monatlichen, schriftlichen Rückblick oder umgekehrt – so wie es gerade für mich passt eben.

Was kannst du also für dein Monats-Setup mitnehmen?

Probiere aus wonach dir ist. Behalte bei, was für dich passt und verändere, was dir nicht gefällt. Für mich haben sich als Monats-Setup folgende Tools bewährt:

  1. Eine Monatsübersicht mit beruflichen und privaten Terminen anlegen.
  2. Die Monatsziele setzen und ihre Umsetzung planen.
  3. Einige, wenige Gewohnheiten tracken.
  4. Die kommende Woche planen und in einer Vorschau festhalten.
  5. Die letzte Woche reflektieren und zu einem Gewinn die folgenden Wochen machen.
  6. Die Morgenroutine notieren und jedem Tag eine individuelle Richtung geben.
  7. Die Abendroutine durchführen und die glücklichen, blauen 😉 Momente eines jeden Tages festhalten.
  8. Stets Platz für neue Ideen lassen und Neues ohne Reue ausprobieren.
  9. Den Monat reflektieren und Schlüsse für weitere Ziele ziehen.

Manchmal tracke ich auch meine täglichen Gemütszustände und/oder füge eine Foto- oder Kartenseite ein. Generell gilt, dass alles kann und nichts muss, aber vieles möglich ist.

Viel Spaß beim Ausprobieren, Experimentieren und Korrigieren. Plan – LOS!!!

2 Kommentare

  • Avatar
    Fatih

    Spiele seit längerem mit dem Gedanken mir ein BuJo anzulegen. Muss zugeben, dass dies verstärkt wurde… du hast schon iteressante Punkte angesprochen.

    Grüsse

    • frau_sillepopille_
      frau_sillepopille_

      Lieber Fatih,

      freut mich, dass du ein wenig Inspiration gefunden hast. Warum solltest du dir kein BuJo zulegen? Probier es aus und schau was daraus wird :). Ich habe auch noch ein paar Beiträge zum Füllen der ersten Seiten und zur Bestimmung des aktuellen, eigenen Standorts sowie der individuellen Ziele und Visionen zu verschiedenen Themen.

      Schau also gern mal wieder rein und halt mich auf dem Laufenden was aus deinem BuJo-Plan geworden ist.

      Deine frau_sillepolpille_

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